Wie viele Inhaltsstoffe enthält Bier?

Die Zutatenliste von Bier, das nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut wird, ist zwar kurz: Wasser, Malz, Hopfen und (falls unfiltriert) Hefe. Und doch ist Bier durch die Struktur der Rohstoffe und der Vorgänge beim Brauen sehr komplex. Bier enthält rund 8.000 Inhaltsstoffe. Alleine der Hopfen kann schon ca. 400 verschiedene Duftstoffe beisteuern. Zum Vergleich für alle Bierfans, die bei ihrem befreundeten Weinkenner mal angeben möchten: Wein enthält mit 1.200 Inhaltsstoffe gerade mal auf 15%.

Was war die Arzneipflanze des Jahres 2007?

Hopfen (Humlus lupulus) – und damit eine charakteristische Zutat für Bier. Er gehört zur Familie der Hanfgewächse. Wertgebende Bestandteile des Hopfens sind aromatische Harze, ätherisches Hopfenöl, Bitterstoffe und Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe). Hopfen wird vor allem eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Beim Bierbrauen sorgt er für den bitteren, feinherben Geschmack und hat eine natürliche konservierende Wirkung. Besonders bei Anwendung der Kalthopfung („Hopfenstopfen“) lassen sich komplexe, meist fruchtige Aromen ins Bier übertragen. Übrigens kommen für die Bierbereitung nur die weiblichen Pflanzen in Frage.

Ist alkoholfreies Bier alkoholfrei?

Kann sein, muss es aber nicht. Alkoholfreies Bier muss per Gesetz weniger als 0,5% Alkohol enthalten. In diesem Spurenbereich hat Alkohol keine physiologischen Auswirkungen. Ein Liter Ketterer Weizen alkoholfrei enthält 0,4% Vol. Alkohol und damit in etwa so wenig Alkohol wie 1 kg Mischbrot oder 1 kg reife Bananen oder 1 kg Sauerkraut.

Wie schnell wächst eine Hopfenpflanze?

Die Kletterpflanze will hoch hinaus und wächst an speziellen Gerüstanlagen sieben Meter hoch. Und das erstaunlich schnell: Eine Hopfenranke kann an einem Tag in der Hochsaison bis zu sage und schreibe 30cm wachsen!

Kennen Sie jemanden mit einem Bierbauch?

Das können Sie gar nicht, denn den Bierbauch gibt es gar nicht.
Bier enthält weniger Kalorien als zum Beispiel Apfelsaft oder Wein und sorgt bei gemäßigtem Konsum sicher nicht für einen Waschbärbauch. Bier macht lediglich Appetit – ein schlankes Pils ist übrigens ein hervorragender Aperitif. Lebt man dann die Lust auf deftige, biertypische Speisen zu oft ungezügelt aus, dann kann’s auch mal gratis etwas Hüftgold dazu geben. Wie immer gilt: Alles eine Frage des Dosis -sagte ja schon der gute alte Paracelsus.

Was ist der Unterschied zwischen Gerste und Gerstenmalz?

Gerste als Rohfrucht, wie sie vom Feld geerntet wird, kann man nach dem deutschen Reinheitsgebot noch nicht zum Bierbrauen verwenden. Hierin fehlt noch die natürliche Enzymausstattung, die beim Maischen im Brauprozess die Stärke des Korns in Malzzucker aufspaltet. Die Enzyme werden beim Mälzen in der Mälzerei aktiviert, indem die Gerste eingeweicht wird, keimt und getrocknet (gedarrt) wird. Je nach Steuerung des Mälzungsvorgangs erhält man verschiedene Malze von ganz hell bis fast schwarz in verschiedenen Geschmacksausprägungen.

Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen. Was nun?

Sie entdecken im Keller noch abgelaufenes Bier? Sträflich, aber dennoch halb so schlimm. Bier hat die tolle Eigenschaft, dass sich hierin keine Krankheitserreger entwickeln können. Nur wenige Mikroorganismen kommen mit dem Milieu aus niedrigem pH-Wert, Hopfenölen, Kohlensäure und Alkohol zurecht. Zum Beispiel die Bierhefe (Gott sei Dank, sonst gäbe es kein Bier) oder beispielsweise Milchsäurebakterien, wie man sie aus Joghurts kennt. Von ganz starken Bieren abgesehen gilt: Je frischer, desto besser. Aber auch ein abgelaufenes Bier kann immer noch ganz passabel schmecken – probieren Sie es einfach aus (oder jubeln Sie es zu Testzwecken ungebetenem Besuch unter).

Was sind die physiologischen Wirkungen von Bier?

Sie machen wohl Witze – auf so engem Raum können wir Ihnen die vielen faszinierenden Antworten auf diese Frage wirklich nicht geben. Wir haben allerdings einen Buchtipp für Sie: „Jungbrunnen Bier. Gesunder Genuss.“ von Univ.-Prof. Dr. med. Manfred Walzl und Mag. Michael Hlatky.

Darf ich Ihnen noch eine Frage stellen?

Klar. Schicken Sie uns Ihre Frage zu (Ketterer)-Bier an info(at)kettererbier.de. Vergessen Sie bitte nicht, dass wir eine kleine Familienbrauerei sind und keinen externen Call-Center in Indien unterhalten, um Ihre Frage zu beantworten. Geben Sie uns daher einige Tage Zeit. Sie können sich die Zeit bis zu unserer Rückmeldung ja mit einem genüsslichen Ketterer verkürzen – nach den Regeln von slowBrewing gebraut ;-)