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Ketterer fordert Sachlichkeit in Glyphosat-Debatte

Meldung zu Spurennachweisen von Glyphosat in deutschen Bieren beschäftigt auch Verbraucher in der Region

Die jüngsten Berichterstattungen über angebliche Spurennachweise von Glyphosat, dem weltweit am meisten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel, haben auch Anfragen einiger verunsicherter Verbraucher an die Brauerei Ketterer in Hornberg nach sich gezogen.

Die deutschen Brauereien betreiben einen sehr hohen Aufwand, um alle unerwünschten Stoffe von ihren Bieren fernzuhalten. Hierzu gehört unter anderem ein vom Deutschen Brauer-Bund betriebenes Rückstandsmonitoring, innerhalb dessen kontinuierlich und systematisch Braumalze auf Pflanzenschutzmittel, darunter auch Glyphosat, kontrolliert werden. Nur selten kann hierbei Glyphosat überhaupt nachgewiesen werden und wenn, dann liegen deren Gehalte um den Faktor 100 unter dem Grenzwert.

„Der pauschale Vorwurf von dem privaten Verein ‚Umweltinstitut München‘, die deutschen Brauereien würden die Qualitätssicherung nicht ernst nehmen, halten wir für absurd und völlig unseriös.“ kritisiert Geschäftsführer Philipp Ketterer die Veröffentlichung, die er als politisch motiviert bezeichnet: Denn dieser Tage steht die Entscheidung der EU-Staaten über die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat an.

Glyphosat ist seit rund 40 Jahren als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln enthalten. In Deutschland ist der Einsatz von Glyphosat beim Anbau von Getreide zu Brauzwecken nicht zugelassen. Es war allerdings schon immer bekannt, dass sich auch bei bester landwirtschaftlicher Praxis Rückstände in Ernteprodukten und vielerlei Lebensmittel ergeben können. Selbst wenn die vom Verein behaupteten Glyphosat-Werte in verschiedenen Bieren zutreffen, müsste ein Erwachsener nach Beurteilung des Bundesinstitutes für Risikobewertung 1.000 Liter Bier pro Tag trinken, um ein gesundheitliches Risiko durch Rückstände einzugehen.

Nichtsdestotrotz: Noch am gleichen Tag der aus Sicht der Brauer unrühmlichen Veröffentlichung schickte Ketterer Proben seiner Biere zur gezielten Analyse in ein akkreditiertes Labor. Die Ergebnisse liegen nun vor, wonach Glyphosat in Ketterer Bier nicht nachgewiesen werden konnte. „Wir kaufen seit jeher unsere Zutaten Malz und Hopfen regional ein und brauen mit als natürlichem Mineralwasser anerkannten Brauwasser, was sich auch in der aktuellen Diskussion positiv auswirkt.“ so Ketterer. „Dennoch sollten wir sachlich über eine Vermeidung solcher unerwünschten Stoffe diskutieren, die wir als Hersteller von natürlichen Lebensmitteln klar befürworten – aber nicht durch die unredliche Vorgehensweise wie im aktuellen Fall.“

Die Familienbrauerei M. Ketterer in Hornberg beschäftigt 27 Mitarbeiter und vertreibt diese rund 60km rund um Hornberg im Schwarzwald. Alle Ketterer-Biere werden selbst am Standort gebraut und die Rohstoffqualitäten durch möglichst transparente, regionale Kontrakte gesichert. Aus dem Familienunternehmen stammt außerdem das natürliche Mineralwasser Hornberger Lebensquell.