Betriebsschlosser Arthur Broghammer nach 43 Jahren in den Ruhestand verabschiedet
Annähernd die ganze Belegschaft kam am vergangenen Freitag zur traditionellen Weihnachtsfeier der Familienbrauerei M. Ketterer im „Hirschen“ in Oberwolfach zusammen. In vorweihnachtlicher Atmosphäre feierte das Ketterer-Team zurückliegende Erfolge und blickte in einem herausfordernden Umfeld zuversichtlich und mit Tatendrang nach vorne.
Jahresrückblick in anspruchsvollem Marktumfeld
In seiner Ansprache blickte Geschäftsführer Philipp Ketterer zunächst auf die elf zurückliegenden Monate des Jahres zurück. Trotz globaler Unsicherheiten, wirtschaftspolitisch ungünstigen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden getrübten Verbraucherstimmung sei die Brauerei mit der Entwicklung zufrieden. „Viele Kunden legen bei Lebensmitteln weiterhin Wert auf Qualität, hohe Glaubwürdigkeit und Regionalität. Hier können wir als im Schwarzwald verwurzelte Familienbrauerei punkten“, ordnete Ketterer die derzeitigen Marktbedingungen ein.
Er kritisierte in seinen Ausführungen, dass die öffentliche Diskussion zum Konsum alkoholischer Getränke in den vergangenen Monaten oft einseitig geführt worden sei, wissenschaftlich nicht belastbar und stark verkürzt. Europaweit wie auch national ist der Bierabsatz seit Monaten rückläufig. Dem Markttrend habe sich das Unternehmen jedoch nicht vollständig beugen müssen: Besonders das Sortiment alkoholfreier Biere, aber auch das natürliche Mineralwasser entwickelten sich überdurchschnittlich positiv.
Auszeichnungen, Zertifizierungen und Investitionen
Positiv fiel auch der Rückblick auf weitere Meilensteine aus: zahlreiche Qualitätsauszeichnungen bei nationalen und internationalen Bierwettbewerben, neue Kundenbeziehungen, die Ausrichtung der Slow-Brewing-Hauptversammlung sowie die erneute IFS-Food-Zertifizierung mit dem Prädikat „Higher Level.“
Das Unternehmen investierte weiter umfangreich in moderne Betriebsstrukturen – unter anderem in Digitalisierung, Abfülltechnik und Abwasseraufbereitung. Für 2026 kündigte Ketterer weitere erhebliche Investitionen an: Bestellt seien bereits eine neue Flaschenreinigungsmaschine sowie ein Leerflascheninspektor und Kastenwascher. Der Kauf einer Schrotmühle sowie die Erweiterung des Gär- und Lagerkellers befinden in Planung.
Ketterer verglich das Unternehmen mit einem Organismus, der nur gut funktioniere, wenn alle Bereiche reibungslos ineinandergreifen, und dankte allen für das gute Miteinander.
Ehrungen und Verabschiedung eines Urgesteins
Ein besonderer Moment des Abends galt den Ehrungen für langjährige Betriebszugehörigkeit durch Geschäftsführer Michael Ketterer. Er dankte Anne Beh (10 Jahre/Außendienst Hornberger Lebensquell), Petra Holasek (10 Jahre/Buchhaltung), Sven Heinzmann (25 Jahre/Bierfahrer), Uwe Weißer (25 Jahre/Produktion und Qualitätssicherung) und in Abwesenheit Christoph Schwind (25 Jahre/ Flaschenfüllerei) für deren Einsatz.
Nach über 43 Jahren Betriebszugehörigkeit wurde außerdem Arthur Broghammer aus Lauterbach-Sulzbach offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Er galt über Jahrzehnte als äußerst qualifizierter und engagierter Betriebsschlosser. „Gemeinsam haben wir in dieser Zeit nahezu die gesamte Brauerei umgekrempelt“, würdigte der Seniorchef den langjährigen Weggefährten, der sich mit seiner Erfahrung auch künftig in zeitlich geringerem Umfang bei Projekten einbringen wird.
